CallofDutySeries.de - Hardwaretest - NZXT N7 Z370 Mainboard

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      Schwarz muss es sein, leuchten muss es, bunt leuchten muss es und blinken muss es - damit sind die wichtigsten Merkmale für ein aktuelles Motherboard auf den Punkt gebracht. Wenn es dann noch die CPU annimmt und für den RAM möglichst große Zahlen auf der Verpackung gedruckt sind, dann kann es nichts besseres geben.

      Und dann kommt NZXT... leuchtet nix, steht nicht viel drauf, blinken will das Ding auch nicht und in meinem Fall ist es nicht mal so richtig schwarz. Kann es dann noch etwas taugen? Das ist der Punkt der mich interessiert und dem ich auf den Grund gehen will. Immerhin liegt der Preis bei stolzen 270 Euro und es reicht dann nicht mal für LEDs?

      Bevor ich mich den inneren Werten dieses Mainboards widme, muss ich es erst einmal freilegen. Da es kaum etwas Schöneres gibt, als jungfräuliche Hardware aus ihrer Verpackung zu reißen, will ich euch daran teilhaben lassen, auch wenn ihr auf das kribbelnde Geräusch verzichten müsst, dass verursacht wird wenn Folie gaaaanz langsam von einem Bauteil abgezogen wird.

      Am Anfang war der Karton...


      Ganz in Weiß... Nein, ich werde jetzt keine Schlagertexte lägst zu Staub verfallener "Megastars" zum Besten geben, ich beziehe mich doch eher auf die kühle und jungfräuliche Ausstrahlung dieser Verpackung. Und wer glaubt dass dieses Baby nur eine schöne Front hat, wird bei der Heckansicht eines Besseren belehrt. Auch hier sind nur die wichtigsten Informationen in nahezu bestechender Schlichtheit untergebracht.


      Nachdem ich mich dann stundenlang alleine an der Umverpackung ergötzt habe, kann ich es nicht länger zurückhalten. Ich muss sehen was darin verborgen ist. Langsam öffne ich den Deckel und erblicke, gleich Schneewittchen in ihrem Glassarg, eine schlafende Schönheit, geschützt durch eine dünne Schicht von PET.


      Vorsichtig hebe ich dieses Schmuckstück aus der pappenen Ummantlung, vorerst um zu begutachten worauf es gebettet wurde. Und siehe da, ein Buch und ganz viel anderes Zubehör sorgte für eine angenehme Liegeposition.


      Da die Ruhestätte nun eh durch meine Hand entweiht wurde, kann ich nun auch alles auseinander reißen und auf dem Tisch ausbreiten. Immerhin will man(n) ja auch den gesamten Umfang der Beute abschätzen können. Was sich nun vor mir auf dem Tisch ausbreitet, kann als Stillleben für jeden Hardware-Fetischisten herhalten.


      Dem geübten Auge wird auffallen, dass die Vorschusslorbeeren in Sachen RGB Blingeldings etwas zu voreilig verteilt wurden, aber dazu später etwas mehr. Widmen wir uns erst einmal dem Wichtigsten, dem Mainboard, welches auf Grund der Präsentation und dem Vorhandensein zweier Schlüsselmerkmale in meinem Kopf auf den Projektnamen Schneewittchen getauft wurde.


      Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich hier um ein ATX Board mit den üblichen Ausstattungsmerkmalen. CPU-Sockel 1151 nebst 4 RAM-Bänken, ATX Anschluss, die üblichen Verdächtigen für das Frontpaneel, 1x PCIeX1, 2x PCIeX4 und 2x PCIeX16, wobei bei Letzteren nur einer als regulärer PCIe 3.0x16 angebunden ist, der 2. hat leider nur die Hälfte der Anbindungen abbekommen.
      Wenn wir schon mal bei der Begutachtung dieser Schönheit sind, sollten wir die Gelegenheit nutzen, auch einen Blick unter das Röckchen zu werfen.


      Das Heck ist eher mittelmäßig bestückt. HDMI nebst Displayport zeichnen für die Ausgabe der Grafik, sofern man sich auf die Onboard-Einheit der Coffee Lake CPU stützen will. Das Soundpaket ist mit 6 Anschlüssen für eine analoge 7.1 Ausgabe nebst Mikrofon- und Aux-Eingang gerüstet. Vergoldete Buchsen gehören inzwischen zum Standard der Technik und müssen nur noch am Rande erwähnt werden. Die Betreiber von digitalen Anlagen können sich über einen optischen Ausgang freuen. Mit, immerhin, 9 USB Anschlüssen ist man, zumindest was die Menge anbelangt, sehr gut gerüstet. Allerdings befinden sich darunter satte 5 Ports die noch dem 2er Standard gehorchen und auch die Blaumänner bedienen nur USB 3.1 der ersten Generation, sind damit nur mit 5 GBit/s angebunden. Einen USB 3.1 Typ C mit 10GBit/s oder gar Thunderbolt 3 sucht man jedoch leider vergeblich. Hier scheint man noch ein wenig im Dörnröschenschlaf zu stecken. Ich greife einmal vor und erwähne schon hier, dass sich passende Anschlüsse leider auch an keiner anderen Position des Brettes finden lassen.


      Auch der Blick auf die andere Seite wirkt ernüchternd. Neben dem USB 3 Frontpaneel Stecker finden sich ganze 4 SATA-Ports. Wer bisher noch nicht auf die modernen M.2 Datenträger gewechselt hat, kann hier unter Umständen Probleme beim Verbinden seiner umfangreichen "Filmdatenträger" bekommen.


      Für die M.2 Datenträger sind 2 Ports vorhanden. Aber auch hier ein kleiner Wermutstropfen, es ist leider unmöglich 2 der deutlich günstigeren SATA Datenträger einzusetzen, der oberer Port besteht vehement auf den Einsatz der, zwar theoretisch und im Bench auch deutlich schnelleren, NVMe SSDs, diese schlagen aber ab interessanten Größen auch finanziell deutlich mehr zu Buche. Im alltäglichen Einsatz ist der Unterschied zwischen SATA und NVMe SSD derweil kaum festzustellen, sofern man nicht riesige Dateien öffnet, oder von einer NVMe zur Anderen schaufelt.


      Deutlich besser ist dafür das untere Ende vom Brett ausgestattet. Neben der obligatorischen Dose für die Soundstecker an der Gehäusefront, befinden sich hier weitere drei USB 2.0 Anschlüsse, ein USB 3.0 Anschluss, der Umschalter für das Bios nebst dem Schalter zum Zurücksetzen des Selben für den Fall, dass man sich erheblich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, die Anschlüsse für die Schalter und Leuchtdioden des Frontpaneels sowie ganze vier (in Zahlen 4) Anschlüsse für Lüfter, wobei einer davon der Ansteuerung einer (AIO?) Pumpe vorbehalten ist.
      Das wäre selbst dann schon ein guter Wert, wenn man nicht wüsste, dass oben am Board noch einmal fünf Weitere dazu kommen. Damit verfügt man über insgesamt 6 regelbare Chassis-Lüfteranschlüsse, sowie Einem für die CPU-Kühlung und drei für diverse Lüfter- und/oder Pumpenanschlüsse.
      Das sorgt bei voller Bestückung definitiv für eine ganze Menge frischen Wind im Gehäuse und lässt so manchen Freund von Wasserkühlungen vor Entzücken in die Hände klatschen.
      Natürlich möchte ich an dieser Stelle auch die beiden Schalter, ein Haupt- und ein Resettaster, nicht vernachlässigen. Diese sind beim ersten Problelauf immer ganz nützlich und werden jeden freuen, der dieses Board auf einem Benchtable montiert.


      Außer den genannten Lüfteranschlüssen befinden sich natürlich noch die 8- und 24-Pin ATX Stecker an Board, sowie zwei LED-Stecker - aber zu denen will ich jetzt noch nichts sagen, das kommt noch.

      Jetzt haben wir lange genug unter das Röckchen geschielt, jetzt machen wir Schneewittchen nackig! Die Verkleidung aus Aluminium ist nur gesteckt und ich möchte sehen, ob sich hinter der Blende gegebenenfalls nur ein Blender verbirgt.


      Die Blenden über den M.2 Ports sind nur mit einer Kunststoffnase verriegelt und lassen sich, wie auch die Verkleidung des Chipsatz-Kühlers mit einem beherzten Griff entfernen. Hierbei fällt allerdings auf, dass die Blenden von innen mit einer Kunststoffklammer versehen sind und keinerlei Verbindung zu den darunter liegenden M.2 Datenträgern herstellen können. Wenn man bedenkt, dass die Verkleidung aus Aluminiumblech ist und einige Hersteller bereits separate Kühler für die M.2 SSDs anbieten, so ist hier definitiv Potential verschenkt worden, vor allem weil NZXT bei Nutzung von NVMe SSDs das Weglassen der Blende nahelegt und dies das runde Design schon ein wenig stört.


      Die Hauptblende ist mit Metallnasen im Mainboard verankert, die ihre Stellung weit weniger gerne aufgeben. Wer hier einfach nur an der Blende reißt wird diese im schlimmsten Fall verbiegen. Daher behutsam Verankerung für Verankerung zusammenpressen und die Verkleidung dabei nach oben abziehen.


      Danach hat man freie Sicht auf einen Großteil des, nun doch einfach nur schwarzen, Mainboards. Aber da wir ja gerade beim Auskleiden sind, machen wir natürlich nicht auf halben Wege Schluss sondern fummeln weiter.


      Die Verkleidung auf den Spannungswandlern erweist sich dabei leider als genauso Funktionell wie die Blenden über den M.2 Ports,


      da diese auf einem Kunststoffrahmen geschraubt ist, welcher dann mit Plastiknasen in den eigentlichen Kühler greift. Da Kunststoff nicht als perfekter Wärmeleiter bekannt ist, geht dieses Rennen definitiv zu Gunsten der Optik, nicht aber der Wärmeableitung aus.


      Was dann zum Vorschein kommt ist tatsächlich, wenn auch verglichen mit vielen anderen Modellen, ein sehr kleiner Kühlkörper. Da mich aber die Spannungsversorgung interessiert, müssen auch er weichen.


      Hier erwartet mich die nächste Überraschung, wobei ich nicht von der etwas an Freestyle anmutenden Ausrichtung der Phasen spreche, sondern von deren Stückzahl. Viele Boards mit Z370 verfügen über 7 oder 9 Phasen, Manche auch mal über 12, aber ganze 15 davon gibt es nicht allzu häufig. Da diese Bausteinchen für die Spannungsversorgung der CPU sorgen und gerade unter erhöhter Last, Stichpunkt Overclocking, gerne mal, durchaus nennenswerte Wärme erzeugen, darf man hier davon ausgehen, dass diese ordentlich auf die Phasen verteilt wird, was im Nachhinein auch den recht kleinen Kühler erklärt.


      Das UEFI Bios findet auf einem Chip von American Megatrends Platz und setzt damit auf den Marktführer, in diesem Punkt also keine Experimente,


      ebenso wenig wie beim Soundchip, wo auf den aktuellen Realtek® ALC1220 gesetzt wird, im Onboard-Sound definitiv keine schlechte Wahl.


      Da war doch noch Etwas, ach ja, das Licht... Ganz ohne RGB geht natürlich auch hier nichts. Allerdings hat man sich bei NZXT darauf beschränkt, 2 RGB-Anschlüsse auf das Board zu löten, und, je nach Lieferumfang, die entsprechenden Beleuchtungsmittel einfach beizulegen. Somit ist zwar nicht das Board selbst beleuchtet, aber wer es absolut nicht missen möchte, kann somit buntes Licht in die Hütte zaubern um so die letzten Frames aus seinem Buildt zu kitzeln.


      Wer allerdings, was prinzipiell ja möglich wäre, die Beleuchtung um weitere LED-Effekte erweitern möchte, sollte definitiv auf die Spezifikation seiner Teile achten. Während die meisten Hersteller von z.B. Wasserkühlern etc. auf die 12V Versorgung setzen, stehen an den Anschlüssen am NZXT Board nur 5V zur Verfügung.


      Das Bios an sich würde ich an dieser Stelle als eher "aufgeräumt" bezeichnen. Während sich andere Hersteller schon in der Startmaske des UEFI grafisch überschlagen und diverse OC-Tools anbieten, hält man sich hier mehr als gepflegt zurück.


      weit mehr Einstellungen bietet der erweiterte Modus, allerdings sollte man schon grob wissen was man hier tut, eine Anleitung zum Bios selbst bekommt man weder in Papierform noch in der digitalen Version. Allerdings ist es, mit einem kleinen Maß an Grundwissen, nicht an Einstellungen überversorgt und daher auch bedienbar.


      Ein Punkt hat mir durchaus zu schaffen gemacht. NZXT bietet im Bios zwar die Möglichkeit an, die Core-Spannung für die CPU zu ändern, bzw. auch nur Offset Werte vorzugeben, jedoch werden diese später im Betrieb eiskalt ignoriert. Nach einem, mir nicht ganz aufgegangenem Algorithmus, ballert das System , je nach OC-Stufe, weit über 1.3V in Richtung CPU, welche selbst bei 1.2V auch auf 5GHz getaktet stabil vor sich hin Primelt. Das Bringt die CPU zwar nicht um, sorgt aber für unnötige Wärmeentwicklung. Diese kann ich an der geköpften CPU zwar abfangen, aber die Spannungswandler werden dann doch etwas wärmer und rauschen so bei Prime95 über das Hitzetarget und starten ein sanftes Thermal Throttling. Gut, die Last unter Prime ist in keinster Weise Praxisrelevant, aber trotz allem muss dieser Punkt nicht sein.


      Laut Information vom Hersteller wird bereits an einer neuen Bios-Version gearbeitet, Abhilfe ist also bereits in Sicht.


      Bis dahin kann man sich mit der boardeigenen Software Namens CAM ( hier klicken ) behelfen, oder man nutzt Intel XTU. Die CAM-Software ist an sich ein schön gegliedertes und vor allem leicht verständliches Tool, um viele relevante Einstellungen vorzunehmen und Daten zu überwachen.





      Fazit


      Mit dem N7 bringt NZXT ein schönes Board auf den Markt, welches sicher bei manch einem Modder Begehrlichkeiten erregen wird. Dafür spricht in erster Linie das Aussehen, welches durch konfigurierbare Blenden angepasst werden kann. Die Hauptfarbe kann wahlweise in Schwarz oder Weiß geliefert werden, die Abdeckungen der Kühler stehen in weiteren Farben zur Verfügung (siehe auch hier). Aus technischer Sicht besteht allerdings noch Luft nach oben, gerade in dem avisierten Preissegment sind deutlich besser ausgestattete Platinen zu finden. Das NZXT ist ein solides und stabiles Board, welches auf unnötigen Schnickschnack verzichtet. Das Hauptaugenmerk ist hier definitiv in Sachen Optik gewandert, ohne dabei auf den Einsatz der allgegenwärtigen RGB-LED Beleuchtungen zurückzugreifen. Wer sich also einen Rechner mit Seitenfenster zulegen will, ohne sich dabei beim Begutachten massiv die Augen zu verblitzen, sollte definitiv einen Blick auf diese Platine werfen. In Sachen klassischer Schönheit und trotz allem hoher Individualität macht ihr derzeit kaum ein anderes Board etwas vor.

      Zu Gefallen weiß vor allem die potente Stromversorgung, welche allerdings durch die, den optischen Vorzügen geopferte Kühlung, nicht ihr volles Potential ausschöpfen kann.

      Pro:
      • unaufdringlicher Look
      • edles look & feel
      • anpassbares Design
      • adaptive Gestaltung
      • umfangreiche Anschlussmöglichkeiten
      • potente Spannungsversorgung
      • umfangreiche Lüfterregelung
      • übersichtliche Software
      • externe RGB-Stripes
      Contra:
      • Spannungseinstellungen im Bios
      • kein USB 3.1 Typ C
      • kein Thunderbolt 3
      • RGB-Versorgung nur 5V
      • verschenktes Kühlungs-Potential
      • Bedienanleitung ohne Software-Teil
      Wer dieses Board erwerben will, kann es unter anderem bei Caseking bekommen: HIER lang